REview: Hamburg bekommt nasse Füsse
Stopp Nummer drei führte uns am 17. September in die Hansestadt Hamburg. Es war nun an der Zeit für das Tourteam, den ersten Sieg zu erringen, um das Selbstvertrauen zu stärken. Der Lokalpatriotismus in Braunschweig und Berlin machte es Mike und Caparso bis jetzt unmöglich, einen Sieg einzufahren.
Mit einem geringfügigen Zeitverzug von nur zwei Stunden starteten wir in Berlin Kreuzberg gen Hamburg. Hier angekommen ging es direkt zum Kastanien Hotel auf der Kastanienallee 27 in St. Pauli. Noch bis vor Kurzem war diese Adresse im Hamburger Kiez bei einer Kundschaft bekannt, die die Räume wohl eher für den Beischlaf nutzten. Kurz um, wir schlafen in Hamburg standesgemäß in einem ehemaligen Haus der Freuden. Und bis auf den Namen des Etablisements und den Betten hat sich hier nicht viel verändert. Unser Schlafsaal bot noch vor der Umnutzung mit einer Spielwiese bis zu fünf Personen genug Platz. Jetzt warten hier Doppelstockbetten auf tiefschlafsuchende Gäste.
Von unserem Hotel geht es zum Inder an der Ecke, wo auch der Schlachtplan für heute Abend festgezurrt wird. Mike möchte aus Verbundheit zu Hamburg eine St. Pauli Fankurve malen, Caparso will mit Seebär und Krake die Sache abrunden.
Damit sind wir gut aufgestellt und können direkt ins Silber aufbrechen. Auf dem kurzen Fussmarsch wollen noch leichte Mädchen begutachtet werden. Tun wir ihnen den kleinen Gefallen.
Das Silber begeistert uns schon beim Eintreffen. Der Club auf der Silbersackstraße hat genau die richtige Größe für die Battle, ist authentisch und bietet satten Sound. Perfekt. Im Backstage warten außerdem Frikadellen und Kartoffelsalat, zu dumm nur, dass der Inder so üppig aufgefahren hatte. Die beiden Gegner für den Tourstopp in Hamburg, Veder und Jimmy "The Niggedon" sind auch bereits da und das Publikum lässt auch nicht auf sich warten.
Wir starten also in den dritten Wettkampf. Während die lokalen Künstler bereits von Anfang an sehr eng zusammen und integriert arbeiten, beginnen unsere beiden Herausforderer zunächst wieder in den gegenüberliegenden Ecken der Leinwand um sich während der 90 Minuten aufeinanderzu zu bewegen. Die Stimmung im Silber ist sehr angenehm und die Gäste kleben mit ihren Blicken an den Leinwänden und jedem Strich der vier Protagonisten.
Wie wird es ausgehen? Mike Okay und Caparso müssen mit ihrem Konzept den Nerv der Gäste getroffen haben, denn sie können hier in Hamburg ihren ersten Tagesgewinn klarmachen. Die Leinwand der Beiden findet gleich mehrere Interessenten, die sie am Liebsten ersteigern möchten. Aber das Kunstwerk soll im Silber verbleiben und kann hier hoffentlich in Kürze bestaunt werden.
Nach diesem gelungenen Abend geht es vergnügt zurück zum Puff, also zum Hotel natürlich. Ein kleiner "Abstecher" über die Herbertstraße ist noch drin. Mit unserer schweren Technik liegt die Vermutung nahe, dass wir wohl vom Pornodreh kommen, zumindest fragt eine Dirne ganz offenherzig nach.
Hamburg wir lieben dich. Doch wir müssen weiter, Düsseldorf ruft.